Die Kloatscheeteranlage in Klausheide

By Posted in - Blog on April 3rd, 2014 2 Comments

Viele fahren an ihr vorbei ohne sie zu bemerken. Andere sehen sie zwar, wissen aber nicht, was es ist – die Kloatscheeteranlage in Klausheide. Eine weltweit wohl einzigartige Sportstätte und eine der schönsten dazu. Wie kam es dazu?

Ursprünglich wurde das Kloatscheeten auf unbefestigten Wald- und Feldwegen ausgetragen. Durch das Wachstum der Stadt Nordhorn mussten aber immer wieder jahrzehntelang genutzte Wegee aufgegeben werden. Andere Wege wurden gepflastert, so dass auch sie für das Kloatscheeten unbrauchbar wurden.

Bereits in den siebziger Jahren des vorigen Jahrhunderts hatte sich das Kloatscheeten auf wenige Wege konzentriert. Trotz intensiver Gespräche mit der Stadt Nordhorn konnte über viele Jahre keine zufriedenstellende Lösung gefunden werden. Am 25.2.1987 stellte der Vorstand der Nordhorner Kloatscheeter-Vereinigung den Antrag auf Erstellung einer Sportstätte zur Ausübung des Kloatscheetersportes. Zu dieser Zeit standen 45 Mannschaften nur vier Strecken zur Verfügung.

Bereits Anfang 1988 gab es Pläne, wie die Sportstätte aussehen sollte. Bis zum Baubeginn sollten aber noch fast drei Jahre vergehen.

Nicht alle Kloatscheeter waren für den Bau einer Anlage. Bedeutete dies doch die Aufgabe des Kloatscheetens in den Stadtteilen. Auch die „künstliche“ Bahn war einigen nicht geheuer. Nach einigen Turbulenzen in der Vereinigung, vielen, zum Teil sehr emotionalen Versammlungen war es dann aber irgendwann so weit, dass alle Nordhorner Kloatscheeterklubs sich bereit erklärten, ihren Sport in Zukunft aufder Anlage auszuüben.

 

Durch die Aufgabe des Saatzuchtbetriebes Lochow-Petkus hatte die Stadt die Möglichkeit zum Ankauf eines Grundstückes, welches sich zur Errichtung einer Kloatscheeteranlage eignete. Die Finanzierung konnte auch recht schnell in trockene Tücher gebracht werden. Sie sah wie folgt aus:

 

Stadt Nordhorn                                                       240.000 DM

Landessportbund                                                     80.000 DM

Bezirksregierung Weser-Ems                                10.000 DM

Arbeitsamt Nordhorn                                              168.143 DM

Eigenleistungen                                                       66.255 DM

Maschineneinsatz                                                    35.000 DM

Gesamt                                                                     649.398 DM

 

Am 25.6.1990 war Baubeginn. Die ursprünglich für acht Monate geplante Arbeitsbeschaffungsmaßnahme musste um vier Monate verlängert werden.

Insgesamt wurden 3126 Kubikmeter Sand und 6184 Tonnen Schotter und Rotgrant verarbeitet.

Am 26.10.1991 war es dann soweit. Mit einem Turnier wurde die Kloatscheeteranlage eingeweiht.

Die Nordhorner Kloatscheeter haben eine „Heimat“, um die sie überall beneidet werden.