Bericht der Notgemeinschaft Nordhorn – Range e.V.

By Posted in - Blog on April 3rd, 2014 2 Comments

Geschichte des Luft- Boden – Schießplatzes Nordhorn – Range

Der Bombenabwurfplatz „Nordhorn-Range“ (frühere bzw. heute gebräuchliche andere Bezeichnungen: Luft- Boden – Schießplatz Nordhorn, Artillerieschießplatz Engdener Wüste, Elberger Moor, Bombenabwurfplatz Engdener Wüste/Nordhorn) liegt im nordwestdeutschen Grenzgebiet zu den Niederlanden und südlich des Ems-Vechte-Kanals. Er erstreckt sich heute über Flächen der Stadt Nordhorn (Ortsteil Hesepe) und über Flächen der Gemeinden Engden (Samtgemeinde Schüttorf), Wietmarschen (Ortsteil Lohne), Emsbühren (Ortsteil Bernte), Elbergen, Leschede. Die Flächen gehören damit sowohl zum Landkreis Grafschaft Bentheim als auch zum Landkreis Emsland.

Im Jahre 1913 ließ die Industriellengattin Frau Bertha Krupp von Bohlen und Halbach durch den Direktor Heinrich Klaassen aus Königsberg/Preußen insgesamt 16.000 Morgen Heide und Ödland aus den Feldmarken der damaligen Dörfer Elbergen, Engden, Lohne, Bakelde, Altendorf bis Leschede und Stadt Nordhorn ankaufen. Aus diesen Flächen arrondierte sich das Gut Klausheide, genannt nach dem Sohn Klaus von Bohlen und Halbach. Es war an eine großflächige Land- und Forstwirtschaft gedacht.

Während westlich des Ems-Vechte-Kanals der Gutsbezirk Klausheide mit Herrenhaus, Stallungen, Arbeiterwohnungen etc. entlang der Straße Nordhorn – Lingen (heute B 213, E 72) entstand – ab 1929 auch der Flugplatz Klausheide- blieb das Gelände südlich des Ems-Vechte-Kanals überwiegend Heide und Ödland (Engdener Wüste, Elberger Moor, Heseper Moor). 1914

stand auf dieser Fläche nur ein Wohnhaus, in dem der Brückenwärter wohnte.

Dieses abgelegene Gebiet eignete sich hervorragend für militärische Übungen (Artillerie – Schießplatz). Da es landwirtschaftlich nicht zu Nutzen war, überließ Krupp von Bohlen und Halbach nach 1933 der Deutschen Wehrmacht das Gelände zur militärischen Nutzung. In dem gesamten Gelände lagen aber auch Flächen, die sich noch in Privatbesitz der Bauern aus den umliegenden Ortschaften befanden. Diese Grundstücke wurden ebenfalls unentgeltlich mitbenutzt.

Wegen seiner militärischen Nutzung und abseitigen Lage wurde der ehemalige Artillerieschießplatz- und spätere Fliegerübungsplatz der Deutschen Wehrmacht von den Briten requiriert und seit Juli 1947 als Bombenabwurfplatz / Schießplatz weiter genutzt. Die Krupp‘schen Flächen gingen in den Besitz des Landes Niedersachsen über und wurden zum größten Teil aufgeforstet. Der Übungsbetrieb wird überwiegend auf Flächen der Privatbesitzer durchgeführt. 1955 als der Platz in deutsches Hoheitsrecht überging, wurden die ersten Verträge für eine Nutzungs-Entschädigung abgeschlossen. Seit 1965 bestehen Nutzungsverträge zwischen der Oberfinanzdirektion  Hannover und den privaten Eigentümern, die von den Briten bestätigt worden sind.

(Quellen: Militär in der Region (ISBN 3-88683-010-1) von Herbert Wagner, Kreisverwaltung Ldkr. Grafschaft Bentheim, Historisches Archiv Friedrich Krupp GmbH, Villa Hügel in Essen, Ernst Kühle „Engdener Wüste und Heseper Feld“, Jahrbuch 1960 des Heimatvereins Grafschaft Bentheim).

Mit der Wiederzulassung der regionalen Presse (1949) nimmt auch die

Lokalberichterstattung über den Bombenabwurfplatz „Nordhorn-Range“ wieder zu. Dies insbesondere da sich Unglücksmeldungen häufen über Flächenbrände im Elberger Moor durch den Royal Air-Force (RAF) Übungsbetrieb ausgelöst, massive Bombenfehlabwürfe, „ununterbrochene Tiefflüge“ und nicht zuletzt Flugzeugabstürze führen 1955 zu einer Intervention des niedersächsischen Innenministeriums und zu einer zeitweisen Einstellung der Bombenabwürfe.

Der Zeitraum 1954/55 kann zugleich als Phase des beginnenden regionalen Widerstandes gegen „Nordhorn-Range“ bezeichnet werden. Öffentlich artikulierte Tiefflugangst und Angst vor Lärmbelästigung lassen die Frage nach Ersatzstandorten für „Nordhorn-Range“ ebenso aufkommen wie eine Einschränkung des Übungsbetriebes. Unruhe macht sich in der Regionalbevölkerung breit insbesondere über häufige Pressemeldungen dieser Art: Flugzeug über Nordhorn abgestürzt – Maschine explodierte in der Luft – Pilot tot (Grafschafter Nachrichten vom 06. Mai 1952) ; Neues Vier-Millionen-Bauprojekt in Nordhorn – Bau von Unterkünften für englische Nachrichteneinheit im Nordosten der Stadt (Grafschafter Nachrichten vom 29.07.1954); Im Elberger Moor brennt es immer noch (Grafschafter Nachrichten vom 27.07.1955); Bombenabwürfe werden zeitweise eingestellt (Grafschafter Nachrichten vom 13.08.1955); Flugzeugabsturz bei Klausheide – Holländischer Pilot tödlich verunglückt (Grafschafter Nachrichten vom 24.03.1956) Britischer Düsenjäger bei Klausheide abgestürzt – Beide Piloten kamen ums Leben – Ein Bild des Grauens (Grafschafter Nachrichten vom 17.02.1960) Übungsplatz Engdener Wüste gefährdet Gesamtentwicklung – Kreis und Stadt plädieren mit Nachdruck für Aufhebung – Bonn schweigt seit einem Jahr (Grafschafter Nachrichten vom 30.07.1969). Oberst enttäuschte Oberkreisdirektoren – An Aufhebung des Bombenplatzes nicht zu denken – Kreis Grafschaft Bentheim hält an der Forderung fest (Grafschafter Nachrichten vom 30.08.1969); London versprach Unterstützung im Kampf gegen den Fluglärm – Delegation mit MdB Gerlach sprach im britischen Verteidigungsministerium vor (Grafschafter Nachrichten vom 29.10.1969).

Über erste Unmutsäußerungen in den fünfziger und größere Proteste in den sechziger Jahren baut sich der regionale Widerstand gegen „Nordhorn-Range“ Anfang der siebziger Jahre langsam auf.

Der bis dato durchaus legale und demokratische Weg, den Regionalbevölkerung und –Politiker zur Aufhebung des Bombenabwurfplatzes bzw. zur Teilverlegung eingeschlagen haben, eskaliert. Bereits im Sommer 1971 gibt es ein „Stillhalteabkommen“ zwischen den beteiligten Parteien. Im Herbst 1972 versprechen der niedersächsische Innenminister und der Staatssekretär des Bundesverteidigungsministeriums, begleitet von Demonstrationen, der Regionalbevölkerung eine „schnelle Lösung“. Ersatzgelände soll bereit gestellt werden. Da sich auch in den dafür in Aussicht genommenen Gebieten der Widerstand der dortigen Regionalbevölkerung massiv artikuliert, bleibt es bei der Beibehaltung von „Nordhorn-Range“.

Verstärkte Übungsflüge lassen  im Frühjahr 1973 die Lärmemissionen unerträglich werden. Statt versprochener Entlastung wird die Regionalbevölkerung in gesundheitsgefährdender Weise unvermindert weiterhin belastet. Es kommt zu einem vielbeachteten Schulstreik, dem aus heutiger Sicht Signalwirkung zukommt. Die in der Bürgerinitiative (BI) „Notgemeinschaft“ vereinigten Bürger verlassen wie schon 1971 den Rahmen des üblichen und führen laufend Demonstrationen durch, die schließlich zu einer „regionalen Gegengewalt gegen den staatlich verordneten Luft- und Lärmterror“ führen.

Unter großer Anteilnahme der Regionalbevölkerung werden Straßenblockaden errichtet und andere Aktionen gestartet. Über die Berichterstattung in den Medien wird der „Bombenabwurfplatz Nordhorn-Range“ zu einem Magnet von „Pfingsturlaubern“ besonderer Art: Auswärtige Demonstranten aus der ganzen Republik, heute im Polizeijargon abfällig „reisende Gewalttäter“ genannt, mischen mit.

In dieser „heißen“ Phase der Auseinandersetzung scheint es, als verlöre der Staat für ein paar Tage/Stunden seinen ordnungsrechtlichen Anspruch und seine politische Handlungsvollmacht. Ein breiter bis dahin nie gekannter Solidarisierungseffekt in der Regionalbevölkerung bei gleichzeitiger besorgter Abgrenzung zu der „Anarcho – Demo – Gruppe“  entsteht und wird durch massivsten Polizeieinsatz gebrochen.

Von der Härte her vergleichbar mit den Platzbesetzungen badensischer/elsässischer Winzer gegen das Atomkraftwerk WYHL (1973) gelingt es allerdings in der Region um den Bombenabwurfplatz „Ruhe und Ordnung“ gewaltsam wieder herzustellen. Die Bürgerinitiative (BI) „Notgemeinschaft“ wird (wieder) an den – gemessen an ihrem Anspruch erfolglosen – Verhandlungstisch geführt und vertraut (wieder) dem demokratischen Instanzenweg.

Eine erneute Beschwichtigungsphase der Regionalbevölkerung setzt ein. Gerichtsklagen und Disziplinierungsmaßnahmen tun ein Übriges, die Integration der Regionalbevölkerung in den demokratischen Konsensus zu erleichtern. Der Höhepunkt des regionalen Widerstandes gegen „Nordhorn-Range“ – bislang nie wieder so entfacht – kann in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik Deutschland Beispiel sein: Ihm werden, auch auf anderen Sektoren gesellschaftlichen Lebens (z.B. Grundbesitzspekulationen, Atomtechnologie, Rüstungskontrolle), als historische Frühform der Bürgerinitiativbewegung  vielfältige regionale Auseinandersetzungen folgen.

Wir wollen die Menschenwürde wiederhaben – Neue Notgemeinschaft nimmt Kampf gegen Nordhorn-Range auf. Ziel: Beseitigung. Vereinsgründung beschlossen (GN vom 15.04.1989)

Der Verein führt den Namen „Notgemeinschaft Nordhorn-Range“ und wurde am 13. April 1989 gegründet und am 06. Juli 1989 in das Vereinsregister bei dem Amtsgericht Nordhorn eingetragen.

Quellen: Militär in der Region – Dokumentation über den Artillerieschießplatz- und Bombenabwurfplatz Engdener Wüste/Nordhorn-Range von Herbert Wagner (ISBN 3-88683-010-1)

Bürgerprotest und „Notgemeinschaft Nordhorn-Range e.V.“

1971 legen rund1.000 Demonstranten vorübergehend den Flugbetrieb lahm

1973 Großkundgebung, Platzbesetzung, Straßensperren, Schulstreik, Protestmarsch wecken internationale Aufmerksamkeit.

1974 erhalten 215 vom Lärm übender NATO-Düsenjäger betroffene Schulkinder aus Klausheide und Stadtflur Urlaub auf Kosten des Landes Niedersachsen (130.000,– DM)

1974/1975 werden die Flugzeiten eingeschränkt: Montag bis Donnerstag 9:00 Uhr – 12:00 Uhr, 14:00 Uhr – 17:00 Uhr, Freitag bis 16:30 Uhr. Mittagspause von 12:00 Uhr – 14:00 Uhr. Der letzte Freitag eines Monats ist flugfrei.

1979 erhalten Betroffene finanzielle Beihilfen für Lärmschutzfenster.

1983 werden die Menschen der Erdbrandsiedlung vertrieben. Aus öffentlichen Mitteln wird die Umsiedlung finanziert.

Reduzierung des Lärmterrors durch weniger „Flugbewegungen“.

Reduzierung der Nachtflüge.

Permanente Proteste bringen eine Verringerung von Fehlwürfen.

1989 Podiumsdiskussion der Notgemeinschaft Nordhorn-Range mit den Kandidaten zur Europawahl 1989

1990 führen Bürgeranträge in Schüttorf und Nordhorn zu gemeinschaftlichen Klagen gegen die Nutzung der Range.

Kommunen, das Land Niedersachsen und viele betroffene Bürger schließen sich den Klagen an.

1990/1991 Bundesrat und Bundestag beauftragen die Bundesregierung, über die Aufhebung der Range Verhandlungen zu führen. Die Schließung scheitert an den Militärs.

1992 weist die Notgemeinschaft durch eigene Untersuchungen eine hochgradige Vergiftung des Bodens und damit eine extreme Gefährdung der Trinkwasserversorgung nach. Demonstration auf dem Platz. Englische Flugzeuge werfen Übungsbomben auf Demonstranten!  Die Bezirksregierung unterstützt die Notgemeinschaft nach weitergehenden Gutachten.

Die Notgemeinschaft wird 1992 zum „Bürger des Jahres“ der Stadt Nordhorn ausgerufen.

1993 sprechen sich alle Parteien im Landtag gegen die Nutzung der Range aus. Das Land Niedersachsen fordert im Bundesrat 1993 erneut die Schließung der Range.

1993 erhält die Notgemeinschaft Nordhorn-Range den Umweltpreis des Landes Niedersachsen.

4 Wochen Ferienflugpause im Sommer, 2 Wochen über Weihnachten / Neujahr.

Ein Landwirt, Mitglied der Notgemeinschaft, erstreitet 1993 erfolgreich Schadenersatz.

Bei der Besichtigung der Range im Oktober 1993 stellt der Verteidigungsminister fest, dass die Range für den Flugbetrieb doch ziemlich eng ist.

Kommunen, Kirchen, Verbände, Geschäftsleute und weitere Organisationen unterstützen den Kampf der Notgemeinschaft.

Nach ständigen Protesten der Notgemeinschaft werden die Zielobjekte ausgetauscht (statt Militärfahrzeuge jetzt Metallcontainer). Die weitere Bodenbelastung seit 1993 wird zumindest verringert.

1994 wurden flächendeckende Bodenuntersuchungen auf Dioxine und Furane vom Bundesfinanzministerium genehmigt. Die Notgemeinschaft soll beteiligt werden.

1995 Im Sommer gibt es einmalig eine 6-wöchige Ferienflugpause.

1996 erklären die Briten, die Range bis 2002 zu verlassen.

Die Notgemeinschaft übergibt 5.121 Unterschriften gegen die Übernahme durch die Bundeswehr an Ministerpräsident Schröder zur Weiterleitung an BmdV Rühe.

Die Synode der Ev.-ref. Kirche Grafschaft Bentheim beschließt eine Resolution zur Schließung der Range.

Die Notgemeinschaft Nordhorn-Range erhält den 1. Umweltpreis der Stadt Nordhorn.

1997 Im August richtet die Stadt Nordhorn vorübergehend ein eigenes Fluglärmbeschwerdetelefon ein, Tel. Nr. 878-107. Die Aktion wird im Mai 1998 wiederholt und zur ständigen Einrichtung.

1999 Im März bringt die Stadt Nordhorn eine Resolution zur Schließung der Range auf den Weg nach Bonn.

Im Mai beschließt der niedersächsische Landtag einstimmig, die Bundesregierung aufzufordern, Nordhorn-Range zu schließen.

2000 Im Juli/August finden konzertierte Demonstrationen mit allen Parteien der Stadt Nordhorn und vielen Teilnehmern vor der Range für flugfreie Ferienzeiten statt.

2005 Im August sagt BmdV Struck eine 6-wöchige Flugpause ab Sommerferien 2006 zu. Nachtflüge werden weiter reduziert.

2006 Die von BmdV Struck im August 2005 anlässlich seines Besuches der Nordhorn-Range zugesagte 6-wöchige Flugpause sowie eine Reduzierung der Nachtflüge wird erstmals eingehalten.

2007 Im August, nach dem Urteil gegen die Nutzung von Wittstock formiert sich der Widerstand gegen die Range auf breiter Front. Die Notgemeinschaft bündelt die neuen Kräfte.

2008 Im April reichen alle umliegenden Gemeinden Klage gegen die Range ein.

Im August sagt BmdV Jung die Prüfung der flugfreien Osterferien zu.

2009 Erstmals finden in den Osterferien keine Flugübungen statt.

Im August wird die Notgemeinschaft, im Vorfeld der Bundestagswahlen, von allen im Bundestag vertretenen Parteien zum Gespräch nach Berlin eingeladen. Konkrete Einladungen nach der Wahl blieben aus!

2011 Im Dezember überweist der Petitionsausschuss das Thema „Nordhorn-Range“ als „Material“ an den Deutschen Bundestag.

2012  Im Januar ist der juristische Kampf, mehrerer Kommunen gegen Nordhorn – Range  durch die Ablehnung einer Berufungsverhandlung durch das Oberverwaltungsgericht Lüneburg, verloren.

Im Juni  wird das schwache Votum des Petitionsausschusses vom Dezember 2011 durch eine kurze Stellungnahme des Bundesministeriums der Verteidigung erledigt.

2013 Im April werden Planungen bekannt, dass der Luft-Boden-Schießplatz Siegenburg bereits Ende 2013 geschlossen werden soll. Nordhorn – Range wird damit der letzte verbliebene Luft-Boden-Schießplatz in Deutschland sein.

Im Juni findet im Vorfeld der Bundestagswahlen unter anderem ein Gespräch mit der (später gewählten) Bundestagskandidatin Dr. Daniela de Ridder (SPD) über Schließung der Range, sowie Nutzung von Nordhorn-Range als Energiegewinnungsgebiet statt. (von der Notgemeinschaft schon seit 2008 ins Gespräch gebracht und, im Hinblick auf die Energiewende, jährlich wiederholt auch in Gesprächen mit der Stadt Nordhorn – z.B. im August 2012)

2014 Nach Auskunft der Bürgerinitiative Siegenburg, im Januar, wird der Luft-Boden-Schießplatz von der Bundeswehr nicht mehr genutzt. Am 01.04.2013 wurde der entsprechende Verband der Bundeswehr aufgelöst, letztendlich ist der Platz nach wie vor unter US-Verwaltung.

Es besteht derzeit wirklich einhellige und auch einstimmige Zustimmung dazu, dass der Platz Siegenburg ausschließlich in ein Naturschutzgebiet überführt wird.

Informationen im Internet unter: www.nordhorn-range-muss-weg.de

 Umnutzung des Luft-Boden-Schießplatzes Nordhorn-Range zu einem Naturpark für Energieerzeugung

 Seit Jahrzehnten setzt sich die Notgemeinschaft Nordhorn-Range e.V. für die Schließung des Luft-Boden-Schießplatzes Nordhorn-Range ein. Ein Argument für die Einstellung des militärischen Flugbetriebes ist die unmittelbare Nähe des Platzes zu dem weniger als 10 km entfernten Kernkraftwerk Emsland, der dortigen Brennelementefabrik und dem Brennelemente Zwischenlager in Lingen-Darme.

Inzwischen hat die Bundesregierung die sogenannte Energiewende beschlossen mit umfassenden Änderungen der zukünftigen Energiegewinnungsmethoden, zugleich verbunden mit der zeitlich gestaffelten Schließung aller deutschen Kernkraftwerke.

Über dem demnächst einzigen Luft-Boden-Schießplatz auf dem Gebiet der Bundesrepublik liegt das militärischen Zwecken gewidmete Flugbeschränkungsgebiet ED – R 7 A/B, welches den NATO – Luftwaffen nicht nur Nachtsichtflug bis 24:00 Uhr ermöglicht sondern vor allem den Anflug auf den Platz bis zu einer Flughöhe von nur 75 m.

Die Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik eröffnet den Gegnern des Luft-Boden-Schießplatzes eine Möglichkeit zur Neubewertung der Erforderlichkeit desweiteren militärischen Übungsbetriebes auf Nordhorn-Range. Bislang sind in der Vergangenheit diverse Versuche deutscher Windparkbetreiber, im Anflugbereich des Platzes Anlagen zur Erzeugung von Windenergie zu errichten, am Veto der Luftwaffe gescheitert. Die Bundeswehr muss  grundsätzlich im Rahmen der Bauleitplanung als Träger öffentlicher Belange angehört werden. Sie hat sich in den konkreten Planungsverfahren durchweg darauf berufen, dass die von ihr zu wahrenden Belange der Landesverteidigung, hier in Gestalt der Sicherheit des militärischen Flugbetriebes, höher zu bewerten seien als örtliche Energiegewinnungsinteressen.

Diese bislang – jedenfalls vor Ort in Niedersachsen – unbestritten gebliebene Bevorzugung verteidigungspolitischer Interessen bedarf nach der grundlegenden Änderung unserer Energiepolitik einer Neubewertung!

Die Notgemeinschaft hat sich im Jahre 2012 mit dem Ansinnen an die Bauordnungsbehörde der Stadt Nordhorn gewandt, den Flächennutzungsplan für den Luft-Boden-Schießplatz in ein Gebiet zur Energiegewinnung (Wind und Solar) zu ändern, soweit städtische Flächen betroffen sind. In der Folge könnten die weiteren Anrainergemeinden des Platzes (Wietmarschen, Schüttorf, Geeste) entsprechende Beschlüsse fassen. In einigen dieser Gemeinden hat es in der Vergangenheit ebenfalls Bauanfragen von Windparkbetreibern gegeben.

Die Stadt Nordhorn führte mit der Notgemeinschaft im Herbst 2012 ein Rechtsgespräch zu unserem Ansinnen und hatte zu diesem Zwecke einen Fachanwalt für Verwaltungsrecht aus Münster eingeladen. Ausweislich eines rechtlichen Vermerkes sieht dieser aber keine rechtliche Durchsetzbarkeit. Auf den mündlich vorgebrachten Einwand, hierbei ginge es uns primär um die bundespolitischen Signale, die eine von den betroffenen Gemeinden gewollte Änderung der Bauleitplanung gegen den bisherigen Übungsflugbetrieb mit sich bringe, verwies man auf die unverhältnismäßig hohen Kosten einer letztlich rechtlich ergebnislosen Bauleitplanung. Seit Ende 2012 haben wir unsere Bemühungen zur Änderung der Bauleitplanung eingestellt.

 Hinsichtlich einer Klimaschutzstrategie für die Stadt Nordhorn stellt diese ein Klimaschutzkonzept (bis Ende 2013) auf, dabei soll der Ausbau der Windenergie ein wesentlicher Baustein sein. Die Bürger (Öffentlichkeit) sollen zeitnah informiert und eingebunden werden!

Eventuell wird aus Nordhorn-Range ein Naturpark für Energieerzeugung. Der Bürgerprotest zur Schließung von Nordhorn – Range hätte zumindest sein Ziel erreicht: Nordhorn – Range – muss – weg!

 Nordhorn, im Januar 2014

 für die Notgemeinschaft – Nordhorn Range e.V.

Peter Ossenberg – Geschäftsführer –